3. Science Dialogue in Biel/Bienne: Additive Fertigung als Innovationstreiber

Am 26. September 2018 von 17:00 bis 19:30 fand der dritte AM Network Science Dialogue in Biel / Bienne bei der Firma Posalux SA statt. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Biel-Seeland und der Berner Fachhochschule wurde der Science Dialogue geplant. Es konnten rund 20 Teilnehmer aus der Wirtschaft und der Forschung begrüsst werden.

Nach der kurzen Einführung mit Vorstellung der Gastfirma Posalux SA folgte eine Kurzpräsentation des AM-Netzwerkes durch den Geschäftsführer Hendrik Holsboer. Darin wurden die Fördermittel des Netzwerkes aber auch jene der Innosuisse vorgestellt. 

Den Einstieg in die Fachvorträge erfolgte durch Karl-Heinz Selbmann vom Institut für Drucktechnologie an der Berner Fachhochschule. Nach einem Überblick über die  verschiedenen Druckverfahren wurden die Vor- und Nachteile dieser Technologien aufgezeigt. Komplexe Bauteile, parallele Fertigung, individualisierte Produkte, monolithische Fertigung stellen unter anderem die Vorteile der additiven Fertiung dar. Zum Abschluss zeigte Karl-Heinz Selbmann, dass die gesamte Prozesskette um den 3D-Druck komplex und aufwändig ist und die Beherrschung derselben neue Kompetenzen und oftmals neue Partner voraussetzt.

Prof. Dr. Herbert Ruile vom Nationalen Themennetzwerk Verein Netzwerk Logistik (VNL) machte deutlich, dass die additive Fertigung die Wertschöpfungsnetze erheblich beeinflussen wird. Eine Prognose der Gartner Group zeigt auf, dass in den nächsten 4 Jahren je nach Branche bis zu 75% der produzierten Teile additiv gefertigt werden könnten und in der Folge somit auch eine verteilte Produktion mehr Vor- als Nachteile bringen kann. Aufgrund dieser Prognose haben nun auch grössere Logistikunternehmen damit begonnen mehr oder weniger erfolgreich eigene 3D-Drucker-Farmen aufzubauen. Als Resultat daraus, wird aus dem bisherigen Planauftrag mit dieser Technologie ein individualisierter Fertigungsauftrag und schlussendlich ein individualisierter Entwicklungsauftrag.

Zum Abschluss erläuterten Dominique Beuchat von der 3D Precision SA und Thomas Lüdi von Protoshape, welche Leistungen sie als AM-Dienstleister anbieten können. Dominique Beuchat legt Wert darauf, dass er als AM-Dienstleister die ganze Wertschöpfungskette vom Konstruieren über die Fertigung und die Nacharbeit im Haus anbieten kann. Thomas Lüdi legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf eine Machbarkeitsstudie bei welcher Protoshape bei der additiven Fertigung mit neuen Legierungen die Qualität sicher stellt.

Mit kräftiger Unterstützung des Teams der Wirtschaftskammer Biel-Seeland wurden nach den Vorträgen bei einem Apéro rege Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.